Mitfinanzierung einer Expedition des Instituts für Pflanzenwissenschaften nach Kirgisien

Im Jahr 2005 hat die Stiftung das Dissertationsprojekt «Pollenanalytische Untersuchung der Vegetations- und Feuergeschichte Kirgisiens» von Frau Ruth Beer vom Institut für Pflanzenwissenschaften mit dem Betrag von CHF 10'000.– unterstützt. Der Betrag wurde für die Flugkosten zweier Expeditionsteilnehmer nach Kirgisien (CHF 4000.–) und die Kosten für die Verpackung der Materialien wie die Bohrausrüstung und die Bohrkerne (CHF 6000.–) verwendet.

Forscher am arbeitenWerkzeug

Die Bohrung im stark mit Schilf bewachsenen Hangmoor Ak Terek (1725 m.ü.M.) im Gebiet Shaidan (Oshskaja Oblast) ergab zwei Parallelkerne von 522 cm resp. 550 cm Länge.

Frau Ruth Beer beschreibt die Resultate der Pollenanalyse:

«Die Bohrkerne von Bakaly (Sary Chelek Biosphärenreservat), Kosh Sas, Ortok und Ak Terek gelangten alle glücklich und intakt in Bern an. Hier, im Labor des Institutes für Pflanzenwissenschaften der Universität Bern wurden die Kerne beprobt (insgesamt 160 Proben), das Sediment bzw. der Torf aufbereitet und auf Pollen hin untersucht. Die zentrale Frage, die mit der Pollenanalyse dieser Lokalitäten geklärt werden sollte, war: Sind die Walnuss Wälder im Fergana- und Chatkal Gebirge Kirgisiens natürlich oder anthropogenen Ursprungs? Die Resultate zeigen sehr deutlich, dass die Walnusswälder relativ jung sind. Die ältesten Walnusspollen wurden in Bakaly gefunden. Sie sind dort etwa 2000 Jahre alt. In den anderen Lokalitäten sind sie nur 700 bis 900 Jahre alt. Dieses junge Alter gibt einen starken Hinweis darauf, dass die Walnuss um diese Zeit von Menschen als Nutzpflanze eingeführt und angepflanzt wurde. Die Bäume haben aber in dieser Region gute Lebensbedingungen vorgefunden. Sie haben sich deshalb sicher auch spontan verjüngt und die eindrücklich schönen Wälder Kirgisiens etabliert.»

In ihrem Bericht zum Verlauf des Projekts hat die Gesuchstellerin, Frau Prof. Brigitta Ammann, der Stiftung folgende Nachricht zukommen lassen:

«Wie aus dem Reisebericht hervorgeht, sind wir mit der Expedition sehr zufrieden und haben viel versprechendes Material in die Schweiz gebracht. Die Bohrkerne sind in gutem Zustand in Bern eingetroffen. Die Expedition gelang in allen Aspekten.

Der grosszügige Beitrag der Stiftung hat entscheidend zum Gelingen dieser Expedition nach Kirgisien beigetragen. Im Namen aller Beteiligten möchte ich meinen besten Dank aussprechen.»

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Letzte Änderung: 15.11.2010    © UniBern Forschungsstiftung    Design: Rub Media AG, Wabern/Bern